Tag 398
50.–52. Tag: Sorrent und der verrückte Verkehr
Unsere Zeit ist jetzt.
Am 31. Juli 2025 sind wir mit zwei Kindern von vier und zwei Jahren in unserem Camper Enea aus München losgefahren. Wir erzählen, wo wir sind, was wir erleben und was wir Tag für Tag lernen.
Eine vierköpfige Familie, ein Camper namens Enea und ein Jahr, um herauszufinden, wie eine Kindheit außerhalb der gewohnten Bahnen wirklich aussieht.
19.643 km gefahren◆398 Tage unterwegs◆37 Stopps◆7 Länder durchquert◆17.823 Fotos gemacht◆
19.643 km gefahren◆398 Tage unterwegs◆37 Stopps◆7 Länder durchquert◆17.823 Fotos gemacht◆
Die Reise in Zahlen
Tage
398
Kilometer
19.643
Standorte
37
Länder
7
Die durchfahrenen Länder
DEDeutschland
ATÖsterreich
ITItalien
SMSan Marino
FRFrankreich
ESSpanien
PTPortugal
Unsere Route, Etappe für Etappe.
Die Linie ist unsere echte Spur, mit einem GPS-Tracker aufgezeichnet. 22 Etappen sind bisher erzählt — es werden mehr. Ein Name in der Liste, und die Karte zeigt, wo das war.
Der Blog blieb am 15. September 2025 stehen. Die Reise nicht: weitere 16.289 Kilometer, vier Länder und keine einzige Zeile. Fangen wir damit an, warum.
Wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir den kleinen Abstecher machen und Carcassonne anschauen sollten. Jetzt sind wir richtig froh, dass wir es getan haben.
Wir haben die Kindergartenplätze von Lavinia und Valentino gekündigt und betreuen die beiden selbst. Ein Experiment, das mit einem einfachen Wunsch anfängt: so viel Zeit wie möglich miteinander. Und mit der Neugier, wie Betreuung und Lernen sonst noch aussehen können. Öffentlich, mit allen Komplikationen.
Yoga, Pranayama (die Arbeit mit dem Atem), traditionelle chinesische Medizin, Kochen auf sieben Quadratmetern. Dazu Training ohne Studio: HIT, wenn wir länger an einem Ort stehen, und ein Platz neben einem Calisthenics-Park ist für uns ein guter Platz. In manchem davon haben wir eine ernsthafte Ausbildung. Kräuter, Garten, Selbstversorgung interessieren uns sehr — dort stehen wir am Anfang, und das sagen wir jedes Mal dazu.
Der Camper ist ein Etrusco, und daraus wurde Enea: der Mann aus der Aeneis, der von den Göttern den Auftrag bekommt, eine neue Heimat zu finden. Unserer hilft uns bei derselben Suche — und ist, solange sie dauert, selbst das Zuhause. Hier stehen die Schäden, die Umbauten und das Werkzeug.
Nichts davon ist neu, und darauf wäre man auch ohne ein Jahr im Camper gekommen. Etwas anderes ist es, es zu erleben und zu spüren, wie die Erkenntnis in einem aufsteigt. Diese Sätze entstehen abends, wenn die Kinder endlich schlafen — oder beim Laufen draußen, wenn Raum wird für die Stimme in einem.
01
Man braucht erstaunlich wenig
Vier Menschen auf sieben Quadratmetern: was mitfährt, nimmt jemand anderem den Platz weg. Diese Rechnung sortiert schneller als jeder Vorsatz. Nach einem Jahr ist die Liste dessen, was wir wirklich vermissen, kurz — und es stehen keine Gegenstände darauf.
02
Angst ist ein schlechter Berater
Die meisten Bedenken, die uns vor der Abfahrt genannt wurden, sind nicht eingetreten. Die Schwierigkeiten, die tatsächlich kamen, standen auf keiner dieser Listen. Seitdem fällt uns auf, wie viele Entscheidungen aus Angst getroffen werden und dabei aussehen wie Vernunft — unsere eigenen eingeschlossen.
03
Es fügt sich, wenn man es zulässt
Es gibt Tage, an denen sich alles fügt: der Platz, das Wetter, die Menschen, die man trifft. Planen lässt sich das nicht, nur zulassen — und genau daran scheitern wir regelmäßig. Loszufahren, ohne zu wissen, wo wir abends stehen, ist der Teil, der immer noch Übung braucht.
04
Das Ziel gibt die Richtung, alles andere passiert unterwegs
Ohne Ziel läuft die Energie in alle Richtungen und damit in keine. Aber das Ziel ist nicht der Ort, an dem etwas passiert: was zählt, liegt zwischen Aufbruch und Ankunft — vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein, statt auf das Ankommen zu warten. Das sagen wir uns gegenseitig am häufigsten, meistens beim Fahren.
Was uns am häufigsten gefragt wird.
Tippt auf einen Punkt, um ihn zu öffnen. Es sind die Antworten, die wir sonst per Mail geben, einmal richtig aufgeschrieben. Wo wir noch keine haben, steht das auch.
01
Echter Verbrauch: 11,69 l/100 km über 64 Tankfüllungen
Führt ein Tankbuch ab der ersten Füllung. Die 11,69 l/100 km hat uns kein Händler gesagt: herausgekommen sind sie nach 64 Tankfüllungen und 20.683 Kilometern, und es ist die einzige Zahl, mit der sich eine Strecke vorher ausrechnen lässt. Minimum 10,41, Maximum 14,36 — diese vier Liter Unterschied sind die Fahrweise, nicht das Fahrzeug. Der teuerste Tag war immer der, an dem wir es eilig hatten.
02
Wo übernachten: drei von vier Nächten kosten nichts
Wir haben jede Nacht einzeln notiert: von 390 Nächten haben 294 nichts gekostet — öffentliche Parkplätze, Straßenrand, Freunde und Verwandte. Die übrigen 96 haben wir mit 25,47 € im Schnitt bezahlt, also so viel wie alle anderen auch. Der niedrige Schnitt kommt nicht vom Verhandeln, sondern davon, wo man schläft. Ein Stellplatz kostet ein Drittel eines Campingplatzes und tut für eine Durchreisenacht dasselbe.
03
Das Wasser: der Tank muss desinfiziert werden, bevor er stinkt
An Tag 37, in Ostuni, haben wir den Tank desinfiziert. Das macht man nicht, wenn man Zeit hat: man macht es, bevor man aus einer Quelle füllt, über die man nichts weiß. Wir hatten zu spät gemerkt, dass wir Regenwasser geladen hatten. Die ganze Prozedur — Mittel rein, Kreisverkehre zum Mischen, zweimal spülen — bedeutete 250 Liter, von Hand bewegt mit einem 12-Liter-Kanister.
04
Betreuung ohne Kindergarten: wie ein Tag aussieht
Dieser Punkt ist noch nicht geschrieben. Wir füllen ihn nicht mit dem, was man üblicherweise sagt — sobald wir eine ehrliche Antwort haben, steht sie hier.
05
Fernarbeit mit zwei wachen Kindern
Dieser Punkt ist noch nicht geschrieben. Wir füllen ihn nicht mit dem, was man üblicherweise sagt — sobald wir eine ehrliche Antwort haben, steht sie hier.
06
Vier Menschen, sieben Quadratmeter: was mitkam und was nicht
Dieser Punkt ist noch nicht geschrieben. Wir füllen ihn nicht mit dem, was man üblicherweise sagt — sobald wir eine ehrliche Antwort haben, steht sie hier.
Wir schreiben die offenen Punkte gern in der Reihenfolge, die euch nützt. Sagt uns, welche Frage euch hergeführt hat: fünf Zeilen, und wir lesen sie alle am Sonntagabend am Tisch im Wohnmobil.
Maddalena ist Italienerin, Gunther Deutscher, Lavinia ist fünf und Valentino drei. Enea ist ein Etrusco A 7300 DB von 2024 und trägt uns seit über einem Jahr durch Europa.