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Soul Fuel a family journey

ITDEESEN

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Wachsen

Ein kleines Kind mit Strohhut steht von hinten am Wasserrand und schaut auf die auslaufenden Wellen.

Wir haben die Kindergartenplätze von Lavinia und Valentino gekündigt und betreuen die beiden selbst. Ein Experiment, das mit einem einfachen Wunsch anfängt: so viel Zeit wie möglich miteinander. Und mit der Neugier, wie Betreuung und Lernen sonst noch aussehen können. Öffentlich, mit allen Komplikationen.

Bereich von Maddalena und Gunther.

Wie es wirklich war

Tag 35–36 · Ceglie Messapica

Ein Vormittag in der Schule im Trullo

Alternative Orte und Schulprojekte zu besuchen, ist einer der Gründe, warum wir losgefahren sind. In La Stella bei Ceglie Messapica durften wir einen Vormittag lang an den Aktivitäten teilnehmen — und im Olivenhain gegenüber übernachten. Bastelarbeiten, Garten, eine vorgelesene Geschichte, alles in den Mauern eines echten Trullo. Geblieben ist eine Frage, die wir noch mit uns tragen: wie viel von dem, was wir Bildung nennen, ist Bildung, und wie viel organisierte Beaufsichtigung.

Tag 33 · Margherita di Savoia

Die Leihfamilie

Cristina und Vincenzo sind die Eltern von Rossella, unserer Freundin aus München — ihre Kinder sind so alt wie Lavinia und Valentino. Kennengelernt hatten wir die beiden schon in München, zu Hause besucht noch nie; ihr Haus steht direkt am Meer. Sie haben uns aufgenommen und bewirtet, als gehörten wir dazu. Seitdem heißen sie bei uns die Leihfamilie.

Tag 19 · Farnese

Vier Kilometer für ein gegebenes Wort

Wir hatten einer Familie zugesagt zu kommen. Nach zwei Kilometern wurde die Straße zur Schotterpiste, die Zweige berührten längst den Camper. Man hätte umdrehen können. Wir haben es nicht getan, und eine Fahrzeugseite erinnert daran. Für uns alle war es ein sehr lehrreicher Tag — nicht die schönste Erinnerung der Reise, aber die am häufigsten erzählte.

Wie ein Tag entsteht

  1. Wir haben zu viel gleichzeitig gemacht. Es war ständig so viel nebenher zu erledigen, dass alles parallel lief — die Kinder, die Arbeit, das Fahrzeug. Inzwischen achten wir darauf, dass jeder von uns feste Zeiten für sich hat, und dass die Zeit mit den Kindern dafür ungeteilt bleibt.
  2. Der Tagesrhythmus gehört nicht uns, sondern dem Ort und der Jahreszeit. In Spanien haben wir lange gegen den späten Rhythmus angekämpft, bis die Nachmittagshitze und die Zeiten unserer Freunde die Sache entschieden haben. Seitdem machen wir dort alles später.
  3. Beide Kinder brauchen noch ihren Mittagsschlaf, auch Lavinia, wenn auch nicht lange — und beide wollen nicht. Am besten klappt es, wenn wir länger an einem Ort bleiben und sich ein Ablauf einspielt: spazieren oder joggen, mit dem Thule-Anhänger als Kinderwagen. Ein Ortswechsel mischt die Karten neu.
  4. Im Camper richtet man sich viel stärker nach dem, was draußen passiert. In einem Haus bekommt man das Wetter kaum mit; hier bestimmt es den Tag.
  5. Jeder spricht mit den Kindern seine eigene Sprache: Maddalena Italienisch, Gunther Deutsch — untereinander können wir beides. Für Lavinia und Valentino ist die Zuordnung dadurch eindeutig, und sie sind ziemlich genau zweisprachig. Dazu versuchen wir, überall so viel wie möglich von der Sprache des Landes zu sprechen, in dem wir gerade sind: Spanisch am weitesten, dazu ein paar Brocken Französisch und Portugiesisch. Mit den Kindern läuft das spielerisch, und ein paar Worte können sie inzwischen in allen.

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