50.–52. Tag: Sorrent und der verrückte Verkehr

Am nächsten Morgen fahren wir weiter, und die Fahrt nach Sorrent ist für uns und vor allem für mich als Fahrer der absolute Kulturschock. Die normalen Verkehrsregeln gelten hier nicht und ich brauche eine Weile, um zu verstehen, wie es stattdessen funktioniert. Es ist alles im Flow, wie Wasser in einem Fluss, das auch dann weiterfließt, wenn man eine rote Ampel hineinstellt – es fließt einfach drum herum. Dazu überall Motorroller, die zwischen den Spuren fahren und trotz Gegenverkehr überholen. Ich fahre so vorhersehbar wie möglich und ohne ruckartige Bewegungen, und am Ende kommen wir heil an. Die Einfahrt zum Campingplatz ist dann noch einmal ein eigenes Abenteuer, denn sie geht seitlich von der stark befahrenen Hauptstraße ab in eine stark abfallende 180-Grad-Kehre und von dort in weiteren Serpentinen hinunter.
Ein bisschen Luxus
Wir stehen im Camping International Nube d'Argento oberhalb der Marina Grande. Viel Auswahl gibt es hier nicht, weil alles extrem eng ist, und dieser Platz sieht sehr nett aus. Der Pool ist ein weiterer verlockender Grund und Maddi ist mit Lavinia und Valentino als Erste drin. Nach vierzehn Nächten Freistehen kosten uns diese vier Nächte 187 Euro und das ist es uns wert. Auf dem Spielplatz steht außerdem eine rote Vespa, eines dieser größeren Modelle mit Elektromotor, die wirklich fahren können, bei diesem geht der Motor allerdings nicht. Die beiden sind trotzdem total begeistert und seitdem sagt Lavinia bei jeder Vespa dieses Typs, dass genau die ihr gefällt.
Zweimal Pizza
Pizza können sie hier in Perfektion und wir gehen gleich zweimal essen. Beim zweiten Mal bestellen wir zum ersten Mal zwei ganze Pizzen für Lavinia und Valentino, weil es ihnen einfach zu gut schmeckt – und eine hätte den beiden auch nicht mehr gereicht. Und den Rest nehmen wir gern mit und essen ihn am nächsten Tag im Camper.
Eine Stunde auf dem Wasser
Am letzten Tag buchen wir bei der Cooperativa Azzurra eine Bootstour mit einem Skipper. Wir buchen eine Stunde, denn die anderen Touren sind alle deutlich länger und mehr ist mit Lavinia und Valentino auch zu viel. Wir fahren an der felsigen Küste entlang, an der einige noble Villen stehen. Es gibt verwitterte Bögen am Wasser, die zu den Villen gehören, kleine Buchten und sogar ein paar Höhlen. Wir fahren in eine hinein und haben so unseren kleinen Blaue-Grotte-Moment (diese Tour hätte den ganzen Tag gedauert). Dann gibt es einen Stopp zum Baden und Lavinia traut sich zu springen, obwohl es dort sehr tief ist 🤩
Am Abend gehen wir hinauf in die Villa Comunale oberhalb der Marina Piccola und schauen von der Terrasse über den Golf. Vor der Abfahrt am nächsten Tag gönne ich mir noch einen Espresso an der Bar des Campingplatzes. Wie bei der Pizza wissen sie auch beim Kaffee, wie es geht, und es ist der beste Espresso, den ich je getrunken habe. Dann geht es weiter, denn zwischen Neapel und Rom finden wir keinen Platz, der uns überzeugt, und bei Civitavecchia sind wir verabredet, es stehen also vierhundert Kilometer an. Die Serpentinen und die Hauptstraße kommen dabei gleich zu Anfang noch einmal …und auch die verrückten Rollerfahrer 😉
























































