20. Tag: lange Etappe zur Adria Küste (Lago di Bolsena, Pescara, Fossacesia)

Heute werden wir auf die andere Seite der Apenninen fahren und ein Stück näher Richtung Gargano und Vieste. Wir waschen zunächst den Camper und befreien ihn vom Schlamm der Schotterpiste am Tag zuvor. Dann fahren wir nach Marta an den Lago di Bolsena – ein Tipp vom Vater der Bekannten aus Farnese und ein schönes Und ruhiges Fischerdorf. Kurz davor müssen wir jedoch auch noch in Capodimonte halten, weil Lavinia sich übergeben musste (die Strecke war leider etwas zu kurvig)….genau in dem Moment, als mich innerorts ein Kleinwagen unnötig überholt und dabei eine Schildkröte überfährt, die gerade dabei war die Straße zu überqueren – das Bild werde ich leder nicht vergessen, wie links und rechts das Innere der Schildkröte zu den Seiten herausspritzte. In Marta drehe ich eine Runde mit Valentino durch den Ort und wir kaufen beim Bäcker etwas fürs Mittagessen später.
Wir fahren weiter und stoppen nach kurzer Fahrt in Bomarzo zum Mittagessen. Der Sacro Bosco (Park der Ungeheuer) ist in Italien sehr berühmt und wir haben kurz überlegt reinzugehen, haben es am Ende aber beim Mittagessen auf dem Parkplatz belassen.
Es folgt eine sehr lange Fahrt erst Richtung Süden bis Tivoli bei Rom und von Dort Richtung Osten in die Apenninen, wo außer der Autobahn nicht viel ist, wobei dieser Eindruck durch das immer schlechter werdende Wetter verstärkt wird. Die Etappe zieht sich und wird von Regen und Gewitter begleitet. Erst kurz vor der Küste reißt der Himmel wieder auf und eine Pause ist dringend nötig. Ich finde einen für Camper geeigneten Parkplatz mitten in Pescara – kein Geheimtipp, es ist der zentrale Parkplatz zwischen Bahnhof und Zentrum. Pescara ist eine lebendige Stadt mit einer großen Fußgängerzone, die bis zum Strand führt. Wir gönnen uns ein leckeres, aber auch recht teures Eis und laufen einmal bis zum Strand und zurück. Maddi nutzt die Chance, dass es Geschäfte gibt und kauft die ersten Unterhosen für Valentino – ein neues Kapitel 😉 Großer Blickfang für die Kinder ist der Piano-Brunnen, der jeden Schritt mit einem Ton quittiert und es mit bunt angestrahlten Wasserfontänen begleitet.
Auf dem Parkplatz könnten wir zwar auch übernachten, aber die afrikanisch-stämmigen, selbst ernannten Parkeinweiser (auf einem Bezahlparkplatz mit Schranken und eindeutigen Markierungen) erzeugen eine wenig einladende Atmosphäre und außerdem wollen wir ja eigentlich noch bis Fossacesia bzw. wenigstens in die Nähe. Also fahren wir weiter, direkt bis Fossacesia Marina und finden dort einen Parkplatz, der tagsüber als Startpunkt für den Strand und den auf den ehemaligen Gleisen errichteten Radweg fungiert. Als wir ankommen fahren gerade eine Menge Autos weg und so finden wir einen netten Platz auf einer Rampe, die früher als Bahnsteig oder etwas ähnliches diente. Wir haben direkten Blick auf den Strand, das Meer und zwei Trabocchi (auf Pfählen im Wasser stehende Fischerhäuser – heute meist als Restaurant genutzt), für welche dieser Küstenabschnitt berühmt ist (Costa dei Trabocchi). Warum genau dieser Ort? Hier wohnen Freunde von uns (Serena und Pier) und ein Stopp bietet sich auf dem Weg nach Apulien oder zurück immer an und jedes Mal, wenn ich dort bin, gefällt es mir besser. Es gibt eine lange Promenade direkt hinter dem Strand entlang mit vielen Bars und Restaurants und je nach Tageszeit Obst- und Gemüseständen oder Musikern. Kleinere Camper können auch direkt am Rand der Straße entlang der Promenade parken und nächtigen – da ist man dann noch ein paar Meter näher am Meer. Wir treffen Serena, Pier und ihren Sohn bereits am Abend zu einem Spaziergang und einem Drink in einer der Bars.
Am Ende dieses Tages sind wir uns einig: der Bolsena See war zwar sehr schön anzuschauen, es geht aber nichts über das Meer 🧡.





