· Die Reise · aufgeschrieben am 25 September 2026
61.+62. Tag: Cesenatico in der Nachsaison

Eine der beiden Gasflaschen ist seit der Fahrt hierher leer. Um kurz nach elf fahren wir vom Messegelände in Richtung Borello los, um sie füllen zu lassen. Wir haben dort Luca Marras von Bombole Gas ausfindig gemacht. Am Telefon klingt er sehr nett und hilfsbereit, ist aber gerade auf dem Weg in den Urlaub — empfangen werden wir daher von seinem Vater. Aus dem Füllen wird fast eine Stunde: ein gut gefülltes Glas Wein für uns, Saft für die Kinder und ein gutes Gespräch. Zusehen zu können, wie so eine Flasche von Hand gefüllt wird, ist dabei das Lehrreichste.
Mit dem Rad in den Ort
In Cesenatico finden wir einen Stellplatz, von dem aus der Ort mit dem Rad gut zu erreichen ist. Ohne unsere Fahrräder und den Anhänger wäre es ein weiter Fußweg. Die Fahrräder nehme ich so oft herunter, dass ich mich inzwischen daran gewöhnt habe, sie allein vom Träger zu heben — am Anfang der Reise habe ich dafür noch gern Hilfe angenommen. Die Promenade und der ganze Ort sind in der Nachsaison schon fast ein bisschen wie ausgestorben. Es ist auf der anderen Seite aber auch sehr entspannt.
Der alte Hafen von Cesenatico ist ein Kanal, der mitten in den Ort hineinführt, entlang dessen viele historische Segelschiffe liegen. Rechts und links bunte Häuser, dazwischen die Laternen. Besonders im Abendlicht ist dieser Ort wunderschön und sehr pittoresk.
Der Park nebenan
Direkt neben dem Stellplatz liegt ein Park und dort verbringen wir den nächsten Tag: spazieren, Sport machen, die Kinder fahren auf Rad und Laufrad den Kiesweg entlang. An einem See sonnen sich Schildkröten. Wir entdecken sie zufällig und zeigen sie den Kindern. Unter einem schönen alten Baum sammeln die beiden Herbstblätter und Eicheln für Bastelarbeiten.
Eine Frittura und ein Geburtstagskuchen
Im Zentrum gibt es eine kleine Buchhandlung mit Stühlchen und Tischen vor der Tür, an denen die Kinder malen können. Drinnen finden wir ein Buch über Züge und nehmen es für Valentino mit. Entlang des alten Hafens bieten mehrere Lokale Frittura im Straßenverkauf an. Wir teilen uns eine mit Calamari und Gamberetti und sie ist eine der besten, die wir je gegessen haben.
Auf dem Rückweg biege ich eine Straße früher von der Promenade ab, weil ich dort eine Art Pizzeria gesehen hatte und neugierig war. Es ist keine, sondern eine Eventlocation, und davor lädt eine süditalienische Familie ihr Auto voll: die Geburtstagsfeier ihrer kleinen Tochter ist gerade vorbei. Noch bevor ich umdrehen kann, um zum Camper zu fahren, spricht mich der Vater, der selbst sehr gut mitgefeiert hat, an und empfängt mich mit offenen Armen wie einen alten Freund. Er bietet uns alle möglichen Überbleibsel an — Cracker, Getränke, Geburtstagskuchen, Tramezzini. Er hätte uns vermutlich alles gegeben, wenn wir ihn nicht irgendwann gestoppt hätten. Die Kinder sitzen im Anhänger und können kaum fassen, dass es aus heiterem Himmel noch einen Nachtisch gibt. Maddi war nicht mit abgebogen und kommt erst etwas später dazu; sie denkt zuerst, ich hätte einen Unfall mit der Familie gehabt — umso größer die Überraschung, als sie den ganzen Proviant entdeckt. Diese herzliche Begegnung wird keiner von uns vergessen und sie ist ein tolles Ende für unseren Besuch in Cesenatico.






















