· Die Reise · aufgeschrieben am 25 September 2026
59.+60. Tag: Das Macrolibrarsi Fest, gleich vor unserer Haustür

Wir frühstücken im Camper und gehen direkt danach die paar Schritte zum Eingang der Messe. Das Macrolibrarsi Fest füllt zwei Hallen mit rund dreihundertfünfzig Ständen: Bücher, Naturkosmetik, Showcooking, Yoga, Vorträge von morgens bis abends. Durch die Gänge ziehen Musiker und Stelzenläufer.
Wie aus Rosmarin Öl wird
Am Stand von Remedia kommen wir genau rechtzeitig für die Demonstration der Destillation von ätherischem Rosmarinöl an: ein Kupferkessel mit einem Glaskolben darüber, daneben ein Weidenkorb voller frischer Rosmarinzweige. Es ist beeindruckend, wie viel Rosmarin für ein paar Milliliter Öl benötigt wird — ein ganzer Korb voll. Ein sehr sympathischer Mitarbeiter führt vor, wie das ätherische Öl entsteht, erklärt jeden Schritt und zeigt, wie sich das Öl über dem Destillat absetzt. Außerdem spricht er über weitere Produkte, wie zum Beispiel die Verwendung des destillierten Rosmarinwassers und über den Prozess bei anderen Pflanzen und Kräutern. Auch abseits der Demonstration ist der Stand sehr interessant und durchweg nette Mitarbeiter erklären uns all die verschiedenen Produkte, deren Eigenschaften und Anwendungsgebiete.
Der Spielebereich
Einer der Referenzpunkte mit den Kindern. Dort stehen verschiedene, handgefertigte Flipper, alle aus Holz, dazu ein Angelspiel und eine Kugelbahn wie ein Labyrinth. Bei einem Spiel zieht jedes Kind an einem eigenen Seil und gemeinsam bugsieren sie einen Ring mit einer Kugel darin über ein Brett voller Löcher. Lavinia und Valentino machen das erstaunlich gut und sind schwer weiter zu bewegen. Die Spiele stammen vom Laboratorio Marcone und von iogiocovunque, einem Ludobus.
Madre Terra
Madre Terra ist ein alternativer Kindergarten aus Bertinoro und hat seinen Stand sehr schön mit viel Herzenswärme dekoriert. Die Kinder dürfen dort basteln und drücken Samen, Kiesel und Zapfen in Tonscheiben, die wir später auch mitnehmen. Allerdings ist das alles nicht so richtig gut getrocknet und verbunden und nach kurzer Zeit zerbröseln die Kunstwerke und machen eine Riesensauerei im Camper.
Ein paar Stände weiter gibt es ein alternatives Musikprojekt. Eine Soundmaschine aus Rohren, eine Gitarre aus einem Skateboard und viele weitere verrückte Dinge finden sich dort. Während der musikalischen Darbietung schlägt der Musiker mit Flipflops auf die verschiedenen Rohre und erzeugt damit einen elektronisch klingenden Sound. Beim Stand daneben, bei Caffè Pazzini, holen wir einen biologisch und handgerösteten Kaffee, der ganz besonders beworben wird und vor dem die Schlange durchweg sehr lang ist. Der Kaffee ist gut, aber nicht der beste, den ich getrunken habe — keiner schlägt Sorrent 😉
Der Mann mit dem Adler
Zu unserer Überraschung treffen wir draußen vor dem Eingang einen Mann, der dort mit einem Adler steht. Er lebt in den Wäldern der Gegend, sagt er, und ist einfach hergekommen und hat sich vor den Eingang gestellt. Der Anblick des majestätischen Tiers ist beeindruckend und respekteinflößend. Jedem der Kinder schenkt er am Ende eine Daune des Adlers, die Lavinia und Valentino noch am selben Tag in ihr Reisetagebuch einkleben.
Zwei Tage Messe mit einer Fünf- und einem Dreijährigen
Klingt anstrengend? Es geht besser als man denkt, weil es für die Kinder überall etwas zu entdecken gibt. Es gibt sogar einen eigenen Musikworkshop für Kinder, bei dem wir mitmachen, und das Lied daraus brennt sich so ein, dass wir es den Rest der Reise vor uns her trällern: Ciao a tutti, ciao a voi, benvenuti qui con noi. Und immer wenn wir langsam müde werden, gehen wir zum Camper, essen etwas und ruhen uns aus oder drehen eine Runde, damit die Kinder im Anhänger schlafen können. Ohne den Camper direkt vor der Tür hätten wir nie so viel von der Messe gesehen und es auch nie so entspannt erleben können.



























