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Soul Fuel a family journey

ITDEESEN

☀

55.–58. Tag: Tausend Kilometer quer durch die Toskana

Ein ovaler Platz mit hohen Häusern ringsum, das Pflaster nass vom Regen.

Vor zwei Jahren waren wir schon einmal auf dem Macrolibrarsi Fest in Cesena, einer Messe für alles, was anders geht: alternative Schulprojekte, Bücher, Naturkosmetik, Showcooking. Es war sehr inspirierend und wir wollen unbedingt wieder hin. Und zeitlich geht es sich gerade so aus. Nur liegt Cesena an der Adria und wir sind auf der anderen Seite am Mittelmeer. Zwischen uns und dem Termin liegen vier Tage, die Apenninen und tausend Kilometer quer durch die Toskana.

Ein Parkplatz direkt am Meer

In Marina di Castagneto Carducci finden wir etwas, das in Italien selten ist: einen Parkplatz unmittelbar am Meer, auf dem man auch mit einem Camper stehen kann. Hinter einem Beachvolleyballfeld zwar, aber direkt am Strand — sonst liegen die Plätze immer ein Stück landeinwärts und wir können es kaum fassen. Am Abend spazieren wir am Strand entlang, die Sonne steht tief über dem Wasser und im Hintergrund liegt Elba. Sonnenuntergänge werden nie langweilig und über dem Meer erst recht nicht.

Den Campingplatz nebenan hatten uns Freunde aus dem Münchner Kindergarten empfohlen, die regelmäßig herkommen, und aus Neugier haben wir ihn uns angesehen. Eine sehr schöne Anlage direkt am Strand. Zum Teil wegen des durchwachsenen Wetters, zum Teil wegen des Gefühls frei zu sein und jederzeit fahren zu können, sind wir trotzdem auf unserem Freisteherplatz geblieben, wo es sogar eine Dusche gab, die wir gern genutzt haben.

Die Ottavia Outdoor School

Maddi hatte einen Termin ausgemacht, wieder bei einer Scuola Parentale: die Ottavia Outdoor School bei Guardistallo, die den Unterricht so weit wie möglich nach draußen verlegt. Wir parken zuerst am (äußerst engen) Straßenrand und stehen so schief, dass wir Angst um Enea bekommen, dann dürfen wir auf das Gelände der Schule fahren. Wir werden zum Mittagessen mit den Kindern und den Erziehern eingeladen und erfahren viele Dinge über den Unterrichtsalltag, die gemeinsamen Aktivitäten und die Herausforderungen. Nach dem Besuch sehen wir uns auch noch den Ort selbst an, und der ist sehr schön.

Pietrasanta und ein Aperitivo im Regen

Pietrasanta hatte uns unsere Freundin Rossella ans Herz gelegt und deshalb wollten wir unbedingt hin. Vom Parkplatz in die Stadt geht es am Bahnhof vorbei, was für die Kinder und vor allem für Valentino immer ein Höhepunkt ist. Die Stadt ist voller Marmor: ein weißer Bogen mitten auf dem Platz, ein Ei zum Draufklettern, Werkstätten in den Gassen. Auf dem Weg hinauf zur Burg kommen wir zufällig an einer grünen Riesenbank vorbei, von der aus man über die Dächer bis ans Meer sieht.

Am Abend sind wir in Lucca, einer unserer Lieblingsstädte, leider ist es regnerisch und kalt. Immerhin haben wir einen sicheren Parkplatz (das ist in der Gegend leider keine Selbstverständlichkeit) in einem Wohngebiet in der Nähe des Zentrums gefunden, wo wir direkt eine nette ältere Dame kennengelernt haben, die dort lebt. Wir drehen eine Runde durch die wunderschöne Altstadt Luccas. Zum Abschluss gönnen wir uns einen Aperitivo in einem netten Lokal am Rande einer Piazza. Auf dem Rückweg zum Camper bekommen wir dann die volle Dusche 😉

Die letzten dreihundert Kilometer

Am Morgen breiten wir auf dem Tisch aus, was wir in Apulien gesammelt haben: kleine Steine von verschiedenen Stopps, dieselben, aus denen dort die Trulli gebaut sind. In den Souvenirläden in Alberobello standen fertige Trullo-Modelle und statt eines zu kaufen wollten die Kinder gleich selbst eines bauen. Jetzt sichten wir das Material und schauen, wie es aussehen könnte. Gebaut wird erst später.

Dann dreihundertvierundsiebzig Kilometer quer durchs Land. Unterwegs auf einer Autobahnraststätte leere ich die Toilettenkassette in eines dieser großen Gitter, wo man auch direkt den ganzen Camper draufstellen kann. Da gibt es elegantere und weniger eklige Lösungen. Am Ende kommen wir auf dem Messegelände an und finden einen guten Parkplatz in direkter Nähe zum Eingang. Morgen früh müssen wir nur die Tür aufmachen.

Die Daten des Tages

Tage
55–58
Kilometer
1.044
GPS-Punkte
1.334
Fotos
27

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