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Soul Fuel a family journey

ITDEESEN

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54. Tag: Ein Kindergarten im Tierpark, und nachts das Gewitter

Ein Waschbär stellt sich auf das Bein eines Sitzenden und greift nach einem Keks.

Maddi hat das Projekt aufgespürt und Kontakt aufgenommen: Wild Daisy ist ein Kindergarten, der mitten in einem kleinen Tierpark liegt, dem Parco Faunistico Fiocco di Neve bei Civitavecchia. Empfangen werden wir von Giulia, der Gründerin und Leiterin, herzlich und ohne jede Umständlichkeit — und die beiden anderen Erzieherinnen heißen ebenfalls Giulia. Das Konzept ist, dass die Kinder den ganzen Tag draußen und dabei ständig von Tieren umgeben sind, und das gibt dem Ort einen ganz eigenen Charakter.

Ein Keks für einen Waschbären

Wir können es kaum glauben, dass wir wirklich in das Gehege der Waschbären hineindürfen. Lavinia und Valentino sind zuerst etwas verschüchtert und am Ende geben sie einem der Tiere einen Keks. Daneben gibt es Erdmännchen, Kängurus und Eulen.

Der neue Standort und die Unwetterwarnung

Wild Daisy ist gerade dabei umzuziehen und den neuen Standort schauen wir uns mit Giulia noch an. Vorher war das der Reiterhof eines Profis vom Palio di Siena, entsprechend groß ist das Gelände. Ein paar der Tiere sind auch schon umgezogen, zum Beispiel mein persönliches Highlight, der Kookaburra: ein Eisvogel aus Australien, wo er als eines der Wahrzeichen des Landes gilt, und Giulia zeigt uns, wie man sein Lachen provoziert.

Der Kookaburra sitzt auf einem abgestorbenen Ast im Gehege und lacht. Elf Sekunden, mit Ton.

Eigentlich wollten wir dort auch übernachten, dürfen es dann aber nicht, denn es ist wieder einmal allerta meteo und sie haben Bedenken wegen der Tiere und der Versicherung, falls uns etwas passiert. Dazu kommen die großen Wachhunde, die uns kritisch beäugen und in aller Ruhe sämtliche Reifen von Enea markieren. Wir sind fast allein auf dem weiten Gelände, das Unwetter zieht auf und wir müssen los, ohne so recht zu wissen wohin. Schon die Ausfahrt wird zum Abenteuer, weil sie steil bergauf führt und der Untergrund stellenweise lose ist. Wir schaffen es gerade so zum Preis von einigem Gummiabrieb.

Die Nacht

Nicht weit entfernt finden wir einen Parkplatz an einem Strand und stellen uns mit sicherem Abstand zu Bäumen und Strommasten hin. Als wir ankommen, ist niemand da, was nicht besonders vertrauenerweckend ist, aber es ist spät und wir haben keine bessere Alternative. Maddi zündet im Camper eine Kerze und ein Räucherstäbchen an, denn heute ist Tagundnachtgleiche und sie hat solche Anlässe immer auf dem Schirm. Dann kommt das Unwetter. Lavinia und Valentino schlafen wie Steine, Maddi und ich tun erst sehr spät ein Auge zu, als sich das Unwetter beruhigt. Ich schaue aus dem Fenster auf das viele Wasser und zähle die Sekunden zwischen Blitz und Donner und die ganze Zeit beschäftigt mich die Frage, wie sicher ein Camper bei Gewitter eigentlich ist — ein Auto hat immerhin seinen faradayschen Käfig.

Es dringt kein Wasser ein und es passiert auch sonst nichts. Am nächsten Morgen ist alles nass und ich entdecke, dass sich irgendwann in der Nacht ein VW-Bus mit Aufstelldach neben uns gestellt hat …das stelle ich mir deutlich ungemütlicher vor 😉

Die Daten des Tages

Tage
54
Kilometer
244
GPS-Punkte
336
Fotos
11

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